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Kokzidiose bei Lämmern den Kampf ansagen

Kokzidiose ist eine der häufigsten Ausfallursachen für Lämmer und Kitze im Alter von 2 Wochen bis 3 Monaten.
Jungtierdurchfälle können zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen führen © LV für Schafzucht und Schafhaltung OÖ
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Jungtierdurchfälle können zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen führen © LV für Schafzucht und Schafhaltung OÖ
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Jungtierdurchfälle können zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen führen © LV für Schafzucht und Schafhaltung OÖ
Jungtierdurchfälle können zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen führen © LV für Schafzucht und Schafhaltung OÖ
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Kokzidien sind vorrangig eine Stallerkrankung, können jedoch auch auf der Weide (vor allem im Mai/Juni) vorkommen. Kokzidien können bei starkem Befall schwere Darmwandschädigungen verursachen und neben Durchfällen auch bis zum Tod führen. Zumeist sind die am besten entwickelten Lämmer im Alter von 4-6 Wochen betroffen, die in diesem Alter zusätzlich eine Abwehrschwäche haben. Dies ist nämlich die Phase, in der die Abwehrkraft durch die Antikörper aus der Biestmilch abnimmt und die Lämmer erst eine eigene Immunabwehr aufbauen müssen.

Kokzidien leben in der Darmschleimhaut. Nur bei Massenbefall und bei ungünstigen Haltungsbedingungen wie hoher Besatzdichte bei gleichzeitig warmen Temperaturen (schlechtes Stallklima) und Stress (z.B. Absetzen, Transport etc.) kommt es zu einer massiven Vermehrung im Darm. Der starke Durchfall führt zu einer Austrocknung (Dehydratation) des Körpers. Der Durchfall ist wässrig, dunkel und mitunter sind Blutbeimengungen möglich. Wenn die Tiere über längere Zeit befallen sind, bleiben sie in der Entwicklung zurück und werden zu Kümmerern, d.h. sie haben Wachstumsstörungen, magern ab und haben ein struppiges Fell. Oftmals werden Kokzidiosen jedoch nicht erkannt, da sie auch mild verlaufen können. Diese Tiere fallen nur durch schlechtere Gewichtszunahmen und weniger Appetit auf.
Hauptinfektionsquelle ist der Kot, in dem die Kokzidien-Oozysten ausgeschieden werden. Kokzidien brauchen im Gegensatz zu anderen Parasiten keine anderen Wirte für ihren Vermehrungszyklus. Hauptansteckungsquelle sind mit Kot verschmutzte Kraftfutterautomaten oder auch verschmutze Einstreu, wenn Stroh gespart wird. Weiters können auch verschmutzte Euter eine Infektionsquelle darstellen. Fallweise können aber auch in Betrieben mit hohem Hygienestandard Kokzidien vorkommen. Dies liegt daran, dass es eine Vielzahl von verschiedenen Arten mit unterschiedlicher Pathogenität gibt.
Ein Hauptproblem bei Kokzidienbefall ist, dass Kokzidien sehr widerstandsfähig gegenüber äußeren Umwelteinflüssen sind. Bei 4°C und ausreichender Feuchtigkeit können sie bis zu sechs Monate überleben. Eine Behandlung bei Kokzidiose ist nur mit speziellen Medikamenten möglich. Sobald die ersten Tiere befallen sind und ein positiver Kotprobenbefund vorliegt, muss die gesamte Gruppe mit einem Antikokzidium behandelt werden. Weiters ist es wichtig, eine gründliche Reinigung und Desinfektion durchzuführen. Nur so kann eine weitere Kontamination verhindert werden. Bei bereits erkrankten Tieren müssen die Symptome behandelt werden. Die Jungtiere brauchen vor allem Elektrolytgaben und Puffersubstanzen, um ein Austrocknen der Tiere zu verhindern.
Jungtierdurchfälle können auch durch Bakterien, Viren oder Parasiten verursacht werden: In den ersten Lebenstagen können Colibazillose und/ oder Kryptosporidien Ursache für Durchfälle sein. Typisch dafür ist, dass mehrere Tiere akut erkranken, die Durchfälle dünnflüssig bis breiig sind und die Sterblichkeit sehr hoch ist. Eine weitere wichtige Ausfallursache bei Lämmern ist die Enterotoxämie (Breinierenerkrankung durch Clostridium perfringens). Auch sie verläuft meist sehr akut, d.h. es kommt innerhalb weniger Stunden zum Tod. Die Durchfälle sind sehr dünnflüssig und die Tiere haben starke Bauchschmerzen. Die Futterration soll in jedem Fall überprüft werden und der Rohfaseranteil erhöht werden. Besonders tückisch ist eine Kombination aus Kokzidiose und Enterotoxämie, wobei es zu massiven wirtschaftlichen Einbußen kommen kann.

Ein gutes Stallklima- und Hygienemanagement und geringe Besatzdichten sind wichtig, um Kokzidien und anderen Durchfallerregern vorzubeugen. Falls dennoch starke Durchfälle auftreten sollte gemeinsam mit dem Tierarzt die Ursache abgeklärt und dabei die Möglichkeit einer Kokzidieninfektion in Betracht gezogen werden.
16.05.2013
Autor:DI Braunreiter Christine
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