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Jungviehfütterung

Der Jungviehaufzucht wird oft nicht der Stellenwert eingeräumt, wie es eigentlich sein sollte.
Bei der Jungviehfütterung sollte vor allem im ersten Lebensjahr auf die Eiweißversorgung geachtet werden © DI Tiefenthaller
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Bei der Jungviehfütterung sollte vor allem im ersten Lebensjahr auf die Eiweißversorgung geachtet werden © DI Tiefenthaller
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Bei der Jungviehfütterung sollte vor allem im ersten Lebensjahr auf die Eiweißversorgung geachtet werden © DI Tiefenthaller
Bei der Jungviehfütterung sollte vor allem im ersten Lebensjahr auf die Eiweißversorgung geachtet werden © DI Tiefenthaller
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Besonders vom Absetzen des Kalbes von der Milch bis zur ersten Belegung des Jungrindes erfolgen wichtige physiologische Vorgänge in der Körperentwicklung, die bei der Fütterung berücksichtigt werden sollten. Die Zuchtreife richtet sich neben dem Alter auch wesentlich nach dem Gewicht der Tiere.

Kälberaufzucht

Was in der Kälberaufzucht versäumt wird, kann später nicht mehr aufgeholt werden. Das Kalb sollte so rasch wie möglich zum Wiederkäuer erzogen werden. Milch nur so viel und so lang wie notwendig. Ab der 2.Woche bereits Heu, Wasser und Kraftfutter mit mind. 18% Rohprotein anbieten!

Jungviehaufzucht

1.Lebensjahr:
Durch die Vermehrung der Körperzellen wird in diesem Lebensabschnitt über das Körperwachstum der "Rahmen“ festgelegt. Dafür ist vor allem Eiweiß notwendig. Daher ist in diesem Altersabschnitt der Eiweißgehalt in der Ration von großer Bedeutung. Ab dem 5. Lebensmonat bis zur ersten Brunst (Geschlechtsreife) erfolgt die erste Phase der Euterausbildung. Bei einer zu intensiven Fütterung werden durch einen Energieüberschuss in der Ration im Eutergewebe vor allem Fettzellen und nicht Drüsenzellen gebildet. Die Geschlechtsreife erfolgt je nach Fütterungsintensität im Alter von 7 bis 10 Monaten.

2.Lebensjahr:
Durch das Größenwachstum und die damit verbundene Vergrößerung des Verdauungstraktes erhöht sich auch das Futteraufnahmevermögen. Eine zu intensive Fütterung führt hier unweigerlich zur Verfettung der Geschlechtsorgane (Fruchtbarkeit), der Geburtswege (Geburtsverlauf), des Euters (ab dem 3.Trächtigkeitsmonat) und der Leber (Ketosegefahr).

Fütterungsstrategien

Nach dem Absetzen von der Milch benötigt das Kalb noch Futtermittel mit einer hohen Verdaulichkeit wie beispielsweise Kraftfutter (KF), da die Verdauungsorgane noch in der Entwicklung sind. Bis zu einem halben Jahr sollten ca. 1,5 bis 2,0 kg KF angeboten werden, welches bis zum Alter von einem Jahr auf ein halbes Kilogramm reduziert wird. Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass bei Maissilagefütterung Kraftfutter nur bis zu einem 3/4 Jahr gefüttert werden soll. Neben der KF-Menge ist auch die Zusammensetzung von großer Bedeutung. Diese ist abhängig von den verabreichten Grundfuttermitteln. Bei reiner Grassilagefütterung sollte das KF mind. 15 % Rohprotein aufweisen. Wird Maissilage gefüttert, sollte das verabreichte Kraftfutter sogar 18% Rohprotein haben.

Ab dem 2. Lebensjahr sollte kein Kraftfutter mehr vorgelegt werden, um eine Energieüberversorgung zu vermeiden. Der Energiegehalt der Gesamtration kann auf Trockensteherniveau reduziert werden. Ab einem 3/4 Jahr ist Weidehaltung sinnvoll. Bei Vorlage von Mischrationen ist zu beachten, dass hier bereits KF eingemischt ist. Ob eine zusätzliche Kraftfuttergabe erfolgt ist abhängig vom eingestellten Energieniveau der Mischung. Besonders bei Totalmischrationen erreichen die Tiere das optimale Gewicht für die erste Belegung oft viel früher als man glaubt. Dies ist beim Belegalter besonders zu berücksichtigen. Die zusätzliche Versorgung mit Mineralfutter und Viehsalz ist besonders wichtig, je nach Alter 3 bis 5 dag Mineralstoffmischung und 2 bis 4 dag Viehsalz pro Tier und Tag. Die Verabreichung kann entweder lose oder über Lecksteine erfolgen.

20.06.2012
Autor:DI Wolfgang Reiter
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