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Moosbrugger: Preiskampf um Marktanteile nicht zulasten der Bauern

Schleuderpreise für wertvolle Lebensmittel schaden den Milchviehhaltern
Josef Moosbrugger  Vorsitzender des Ausschusses für Milchwirtschaft in der LK Österreich und Präsident der LK Vorarlberg. © lk vorarlberg
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Josef Moosbrugger, Vorsitzender des Ausschusses für Milchwirtschaft in der LK Österreich und Präsident der LK Vorarlberg. © lk vorarlberg
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Josef Moosbrugger, Vorsitzender des Ausschusses für Milchwirtschaft in der LK Österreich und Präsident der LK Vorarlberg. © lk vorarlberg
Josef Moosbrugger  Vorsitzender des Ausschusses für Milchwirtschaft in der LK Österreich und Präsident der LK Vorarlberg. © lk vorarlberg
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"Kaum wird bekannt, dass die bäuerlichen Einkommen im Jahr 2011 gestiegen sind, holen die heimischen Discounter zum Gegenschlag aus. Bekanntlich hat zu Wochenbeginn ein Discounter aus heiterem Himmel bei mehreren Milchprodukten die Regalpreise gesenkt. Die Konkurrenz hat postwendend darauf reagiert und ebenfalls Preissenkungen angekündigt. Die neue Abwärtsspirale bei den Milchpreisen im Regal kommt für die Marktexperten völlig überraschend, weil sich international die Anzeichen für eine Marktstabilisierung mehren. Sollte der Handel dennoch weitere Zugeständnisse von den Molkereien und damit von den Bauern einfordern, lehnen wir das entschieden ab. Es kann nicht sein, dass der Lebensmittelhandel seine Revierkämpfe zulasten der Bauern austrägt", erklärte Josef Moosbrugger, Vorsitzender des Ausschusses für Milchwirtschaft der LK Österreich und Präsident der LK Vorarlberg, der hinter diesen Preissenkungen im Handel nicht marktrelevante Faktoren, sondern vielmehr eine weitere Zuspitzung im Kampf um Marktanteile zwischen den Handelsketten vermutet.
 
Preisschleuderei abstellen
"Schon seit längerer Zeit kann man beobachten, dass die Handelsmarken und die Aktionitis im Handel weiter zunehmen. Wertvolle Lebensmittel werden von den Handelsketten immer mehr als Lockmittel missbraucht. Die Verlierer dieser preisaggressiven Eigenmarkenpolitik des Handels sind als letztes Glied immer die Bauern. Wenn weiterhin eine flächendeckende Bewirtschaftung gewünscht wird und die Landwirtschaft den Produktionsauftrag für hochwertige heimische Milchprodukte erfüllen soll, dann brauchen wir wirtschaftlich begründete Milchpreise. Von Schleuderpreisen können österreichische Milchbauern nicht leben", forderte Moosbrugger einen fairen Anteil an der Wertschöpfungskette für die Milchbauern ein.
 
Billigstpreise in Österreich nicht möglich
"In Österreich haben wir im europäischen Vergleich eine kleinstrukturierte naturnahe Landwirtschaft. Die Milchbauern bewirtschaften das Berggebiet und die Almen. In vielen Regionen findet noch traditionelle Grünlandbewirtschaftung mit Heugewinnung statt und wir haben einen hohen Anteil an biologischer Landwirtschaft. Gentechnikfreie Fütterung wird ohnehin schon lange als selbstverständlich vorausgesetzt. Der österreichische Weg der Milchwirtschaft orientiert sich an Wertschöpfung und Qualität. Wenn man das alles sieht, wird klar, dass wir in Österreich nicht zu Billigpreisen produzieren können, wie in europäischen Gunstlagen. Dennoch sind Milchprodukte, abgesehen von Deutschland, nirgendwo so günstig wie in Österreich", stellte Moosbrugger abschließend fest.
24.07.2012
Autor:Dr. Josef Siffert
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