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Einfache Zusatzmaßnahmen zur Verbesserung der Kälbergesundheit

Kälberkrankheiten sind Faktorenerkrankungen, d.h. viele verschiedene Faktoren haben Einfluss, ob ein Kalb krank wird oder nicht. Im Wesentlichen geht es darum, die Keimkonzentration gering zu halten und die Abwehrkräfte der Kälber zu steigern. Mit ein paar einfachen Maßnahmen kann man Probleme bei den Kälbern minimieren.
Gesunde Kälber machen Freude. © DI Monika Seebacher
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Gesunde Kälber machen Freude. © DI Monika Seebacher
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Gesunde Kälber machen Freude. © DI Monika Seebacher
Gesunde Kälber machen Freude. © DI Monika Seebacher
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Eisengaben:

Vollmilch enthält relativ wenig Eisen. Solange Kälber noch wenig Beifutter aufnehmen, leiden sie oft an Eisenmangel. Man kann sich grob an der Farbe der Schleimhäute orientieren. Ist das Flotzmaul blass und nicht rosa, liegt wahrscheinlich ein Eisenmangel vor. Eisen ist wichtig für die Bildung vieler Enzyme, für die Blutbildung und Muskelregeneration. Ein Mangelzustand wirkt sich negativ auf die Abwehrkräfte des Kalbes aus. Kälber mit Eisenmangel sind somit anfälliger für Krankheiten. Eisen kann oral als Paste oder als Injektion verabreicht werden. Landwirte, die ihren Kälbern Eisen verabreichen berichten, dass die Kälber in der gesamten Aufzucht vitaler und gesünder sind. Der Kostenfaktor für die Eisengabe ist sehr gering. Die meisten Betriebe ergänzen zusätzlich zu Eisen auch noch Selen und Vitamin E.

Selen:

Erfahrungen aus dem Kälberprojekt der LK OÖ haben gezeigt, dass Selenmangel doch auf einigen Betrieben in Oberösterreich vorkommt. Zur Vorbeuge sollte jederzeit eine Mineralstoffmischung mit 40-50mg Selen/kg an die Kühe verfüttert werden, vor allem auch in der Trockenstehzeit. Sollte es trotzdem zu Problemen mit trinkschwachen, lebensschwachen und krankheitsanfälligen Kälbern kommen, aber auch zu Zellzahl-Problemen bei Kühen (wenn alle anderen Ursachen bereits ausgeschlossen wurden) und zu Fruchtbarkeitsproblemen, kann eine Blutuntersuchung Auskunft geben, ob ein Selenmangel vorliegt. Bei einem akuten Mangel sollte dann den Trockenstehern Selen per Spritze verabreicht werden, sodass die Kälber bereits vor der Geburt gut versorgt sind, denn das alleinige Füttern einer selenreichen Mineralstoffmischung ist oft zu wenig. Meistens liegt auch noch ein Mangel bei anderen Spurenelementen vor. Selen wird zusammen mit Vitamin E verabreicht. Injektionen (Eisen, Selen) dürfen im Rahmen des TGD vom Landwirt verabreicht werden.

Kaltsauertränke:

Es gibt zwei Möglichkeiten die Milch anzusäuern. Zum einen das Verfahren Joghurttränke und zum anderen kann Milch mit Säure oder Essig angesäuert werden. Der Vorteil besteht darin, dass die Tränketemperatur keine so große Rolle mehr spielt, da durch den Säurezusatz bereits eine Vorverdauung des Milcheiweißes stattfindet, und sich außerdem Keime wie e. coli im sauren Milieu nicht so schnell ausbreiten können. Einige Betriebe säuern die Milch bereits an und haben gute Erfolge damit. Die Joghurttränke wird oft als zu aufwendig bezeichnet und wieder aufgegeben. Durchfallprobleme werden durch das Ansäuern der Milch meistens verringert.

Ad libitum Tränke:

Forschungsberichte der Forschungsanstalt Futterkamp in Norddeutschland, in denen die Kälber in den ersten vier Wochen Milch ad libitum erhalten, das heißt, die Kälber bekommen in den ersten vier Wochen soviel Milch wie sie trinken können, zeigen interessante Ergebnisse. Wichtig dabei ist, dass die Tränke rund um die Uhr angeboten wird, d.h. die Tränkeeimer bleiben hängen und sind immer gefüllt! So kommt es nicht zum Übersaufen, da die Kälber wissen, dass immer Tränkemilch verfügbar ist. Man muss gleich am 2. Lebenstag mit der ad libitum Tränke beginnen. In der Praxis haben sich bei diesem Verfahren das Ansäuern der Milch und das Abdecken des Tränkeeimers mit einem Deckel bewährt.
23.05.2013
Autor:DI Monika Seebacher
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